Neue WZGE-Studie: Welche Rolle spielt die Wirtschaft für den Erhalt der freiheitlichen Demokratie?

Die Studie liefert erstmals repräsentative Daten, wie Beschäftigte zum gesellschaftspolitischen Engagement der Wirtschaft stehen – und leitet daraus konkrete Orientierungen für Unternehmen ab. 

*** Die Studie ist Referenzpunkt der Initiative „Unternehmen für die Demokratie“, die am 1. Juni auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow vorgestellt wurde. ***  

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„Demokratie unter Druck – Wirtschaft in der Verantwortung?“

Die große Mehrheit sieht die Demokratie gefährdet

Gefragt nach den drei größten Bedrohungen für die Demokratie, nennen 55% Extremismus, 40% wirtschaftliche Ungleichheit und soziale Spaltung, 39% autoritäre und populistische Bewegungen. Nur 2% sehen die Demokratie nicht bedroht.

Die Mehrheit will, dass Unternehmen Haltung zeigen

39% der Beschäftigten sprechen sich für gesellschaftspolitisches Engagement aus, nur 30% dagegen, 30% sind unentschlossen. Unter Führungskräften ist das Bild noch deutlicher: 49% befürworten ein Engagement, nur 28% lehnen es ab.

Fast die Hälfte der Befragten hat gesellschaftspolitisches Engagement ihres Arbeitgebers bereits erlebt – und bewertet es deutlich positiver als jene, die solches Engagement nicht kennen. Nur 16% gaben an, sich dadurch weniger mit ihrem Arbeitgeber zu identifizieren.

Das „Wie“ macht den Unterschied

Beschäftigte lehnen Parteipolitik durch die Unternehmen ab: Direkte Wahlempfehlungen für einzelne Parteien lehnen 62% ab, Parteispenden 54%.

Breite Zustimmung findet dagegen ein Eintreten für die Demokratie: 50% befürworten allgemeine Wahlappelle. 49% sprechen sich für die Förderung von Dialogangeboten und Organisationen aus, die sich für Demokratie einsetzen, 47% für innerbetrieblichen Schulungen.

Grundsätzlich stoßen auch Stellungnahmen gegen einzelne Parteien auf Ablehnung (41%). Sie werden von 58% aber dann unterstützt, wenn Parteien extremistische Positionen vertreten oder vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Führungskräfte erwarten eher Vor- als Nachteile

41% erwarten eher positive Reaktionen von Kundinnen und Kunden (22% negative, 37% weder positive noch negative Reaktionen). 43% rechnen mit eher positiven Reaktionen von Beschäftigten (21% negative, 36% weder positive noch negative Reaktionen).

WAS DARAUS FOLGT

„Raushalten" liegt nicht im Trend: Die Menschen sehen mehrheitlich die freiheitliche Demokratie in Gefahr. Und sie erwarten, dass Unternehmen Haltung mit Handeln verbinden. Nicht für einzelne Parteien, aber für demokratische Werte.

Auf die Unentschlossenen wird es ankommen: Fast ein Drittel der Beschäftigten hat (noch) keine klare Meinung zum gesellschaftspolitischen Engagement von Unternehmen. Anders als die Gegner solchen Engagements zweifeln die Unentschlossenen nicht grundsätzlich an der Demokratie. Sie sind also aktivierbar – und brauchen Orientierung.  

Zusammengefasst: Die Menschen wünschen sich keine unternehmerischen Eingriffe im Spielfeld des politischen Wettbewerbs. Sie erwarten aber, dass Unternehmen Angriffe auf das Spielfeld mitverteidigen, indem sie klar für die Demokratie Position beziehen und dabei Haltung mit Handeln verbinden.

Die Studie „Demokratie unter Druck – Wirtschaft in der Verantwortung?" basiert auf einer repräsentativen Erhebung unter mehr als 2.000 Beschäftigten, davon über 500 Führungskräften, in Deutschland (November/Dezember 2025).

Die Studie wurde am 1. Juni 2026 auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum (OWF) in Bad Saarow im Beisein der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, und zahlreichen Vorständ*innen vorgestellt. Mehr Informationen zur Initiative „Unternehmen für die Demokratie“: https://ostdeutscheswirtschaftsforum.de/forum/ceo-kreis/unternehmenfuerdemokratie/.

Anfragen für Präsentationen oder Hintergrundgespräche:
Sabine Wellnitz - Leiterin Dialog & Seminare; Kommunikation
Tel: 03491 5079-113
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In den Medien: 

FAZ, 3. Juni 2026 - "Raushalten liegt nicht im Trend"

Deutsche Welle, 2. Juni 2026 - "Wie viel Rechtsruck veträgt die deutsche Wirtschaft?" 

Table Briefings, 31. Mai 2026 -
"Gefährdete Demokratie: Was Beschäftigte von ihren Unternehmensführungen erwarten"