Globale Perspektiven auf Wirtschaftsethik: Doctoral Academy begrüßt internationale Nachwuchsforschende in Wittenberg

Von Führungs- zu KI-Ethik: die Summer School der Doctoral Academy „Normative Arguments and Practical Implications“ brachte 19 Promovierende aus 12 Ländern für fünf Tage wissenschaftlichen Austauschs zusammen.

Vom 30. August bis 3. September 2026 kamen 19 Doktorandinnen und Doktoranden aus ganz Europa und darüber hinaus, darunter TeilnehmerInnen aus den USA, Italien, Frankreich, Syrien und Zypern, in Lutherstadt Wittenberg zusammen. Ziel war es, die Grundlagen normativer Argumentation in der Wirtschaftsethik zu vertiefen und sich mit renommierten internationalen WissenschaftlerInnen auszutauschen.

Ein Thema diese Woche: „Moral Reasoning and Empirical Evidence“. Die Teilnehmenden erhielten hierbei fundierte Einblicke in zentrale Ansätze und Methoden der wirtschaftsethischen Forschung. Ein wichtiger Bestandteil des Programms waren zudem die Präsentationen der eigenen Dissertationsprojekte, die Raum für konstruktive Diskussionen und wertvolles Feedback von Teilnehmenden sowie den eingeladenen ExpertInnen boten.

Zu den wissenschaftlichen Referierenden gehörten Prof. Lisa Schmalzried (Hochschule Merseburg), Prof. Ingo Pies (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) sowie Prof. Matthew Caulfield (Georgetown University McDonough School of Business). Sie vermittelten unterschiedliche normative und empirische Perspektiven auf aktuelle Fragestellungen der Wirtschaftsethik.

Der Dienstag endete mit einer Online-Podiumsdiskussion mit Herausgebern und Gutachtenden führender wissenschaftlicher Fachzeitschriften. Prof. Philipp Schreck (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Lauren Wang Kaufmann (University of Virginia Darden School of Business) und Prof. Dirk Gilbert (Universität Hamburg) diskutierten die Herausforderungen und Chancen bei der Veröffentlichung normativer Forschungsarbeiten und gaben wertvolle Einblicke in Anforderungen und Standards des wissenschaftlichen Publizierens.

Darüber hinaus profitierten die Teilnehmenden von einer Session zum Thema „Ethics in Organizations and Leadership“, die von Dr. Marco Meyer (Universität Hamburg) geleitet wurde. Im Fokus standen ethische Organisationspraktiken und Führungsstile aus normativer Perspektive sowie die Rolle ethischer Überlegungen in organisationalen Entscheidungsprozessen.

Um Theorie und Praxis miteinander zu verbinden, beinhaltete das Programm außerdem einen Besuch bei TESVOLT. Dort erhielten die Teilnehmenden direkte Einblicke in die Umsetzung holakratischer Organisationsstrukturen sowie in alternative Ansätze von Unternehmensführung.

Den Abschluss der Summer School bildete die Auseinandersetzung mit zwei hochaktuellen Themen der Wirtschaftsethik. Prof. Joanna Bryson (Hertie School) gestaltete eine Session zu „AI Ethics and Normative Principles“, während Prof. Markus Scholz (TU Dresden) Perspektiven zum Thema „Political Corporate Responsibility“ vorstellte. Beide Beiträge regten intensive Diskussionen über die ethischen Herausforderungen an, denen Organisationen in einem zunehmend komplexen globalen Umfeld gegenüberstehen.

Ein besonderer Dank gilt der Karl Schlecht Stiftung für ihr langjähriges Engagement zur Förderung von Forschung und Lehre im Bereich Business and Leadership Ethics.

Bildnachweis: Anne Barth.